Dienstag, 20. Juni 2017

Top Trumps: Felix, Marcel, Björn und Samuel – Part 2



Was bisher geschah:

„Es klingt alles gut“, erzählte Samuel begeistert. „Zuerst kassiert er von jedem der drei anderen jeweils zehn Tritte mit dem Fuß oder Knie, was immer das Herz begehrt“, fuhr Samuel leidenschaftlich fort, und sein Grinsen wurde immer breiter. „Um die Eier vorzubearbeiten und so richtig schön anzuknacksen. Fasernackt. Danach kommen die Hände ins Spiel: jeder darf ihm mal so richtig die Klöten durchmassieren, damit sie auch ja gut bearbeitet werden. Anschließend kriegt eine Mausefalle über die Eier drübergeklemmt, für einige Sekunden, um die Sache abzuschließen. Und danach wird ihm der Schwanz eine Weile eingesperrt, um seine Geschlechtsteile auch so richtig schön nutzlos zu machen für die nächste Zeit.“
 
„Heftig“, murmelte Björn und fuhr sich unwillkürlich über den Schambereich. Die Tritte der anderen war er inzwischen gewöhnt, und auch eine ordentliche Eiermassage war nichts Neues für ihn, aber bei dem Gedanken, noch einmal die Mausefalle über seine Eier geklemmt zu kriegen, zog sich sein Schwanz in seiner Hose zusammen. „Auch falls es dich trifft, wird sich niemand von uns zurückhalten, nur weil du der Neuling bist, capicé?“
 
„Logo“, nickte Samuel. „Deshalb hab ich es vorgeschlagen. Und ebenso wenig werde ich zurückhalten – ich mein’s ernst.“
 
„Das ist krass“, stimmte auch Marcel zu und kicherte nervös, während er beide Beine im Schneidersitz auf seinen Stuhl hievte. „Du willst auch gleich all-in gehen, oder?“
 
„Oh ja“, grinste Samuel.
 
„All-in gehen und einen von uns so richtig zerstören, gleich bei unserem ersten Spiel zu viert“, schmunzelte auch Felix, der von seinen Vorschlägen ein wenig amüsiert, aber auch beunruhigt war. „Von mir aus ja. Für jeden, der jetzt zustimmt, gibt es kein Zurück mehr – auch für dich nicht, Samuel. Wenn wir uns einmal auf Strafen festgelegt haben, dann ziehen wir sie durch; so ist das bei uns.“
 
„Kein Problem für mich“, nickte Samuel fröhlich. „Die Kategorien scheinen ja ziemlich fair zu sein bisher.“
 
„Dann wär ich wohl auch dabei“, nickte Björn schulterzuckend.
 
„Es gefällt mir zwar nicht, aber… ja, ich auch“, erwiderte Marcel und nippte an seinem Bier.
 
„Dann müssen wir noch festlegen, wieviele Runden wir spielen, ehe wir auswerten“, fuhr Felix fort. „Wenn du willst, entscheide auch du, Samuel.“
 
Er blies nachdenklich Luft in seine Wangen. „Noch zehn Runden ab jetzt ist eine gute Zahl, oder?“
 
„Klingt gut.“
 
„Und wie lange sperren wir den Verlierer ein?“, fragte Marcel gereizt. Björn musterte ihn aufmerksam – bei Top Trumps war bisher nur einmal der Käfig zum Einsatz gekommen, doch auch bei anderen Spielen und Wetten hatten sie sich schon ab und an als Strafe eingesperrt, und Marcel war derjenige unter ihnen, den der Keuschheitskäfig bisher mit Abstand am häufigsten getroffen hatte.
 
„Bis morgen, übermorgen, in drei Tagen? Wann immer wir uns das nächste Mal treffen“, schlug Samuel vor. „Ich hab die nächsten Tage viel Zeit. Wir wollen ja niemanden unnötig behindern, aber ein bisschen spüren sollte er die Gefangenschaft schon, dass es nicht ganz witzlos ist.“
 
„Klingt so, als hättest du Erfahrung, was Chastity angeht“, bemerkte Björn aufmerksam, woraufhin Samuel ihn nur geheimnisvoll angrinste.
 
„Okay – ich hole alle Gerätschaften und etwas Knabberzeugs“, verkündete Marcel und sprang aus dem Sessel auf, ehe er im Haus verschwand.
 
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Die Sonne war inzwischen hinter dem hohen, dicken Holzzaun verschwunden und tauchte den fast wolkenklaren Sommerhimmel in goldenes Licht. Es war heiß draußen, knapp unter dreißig Grad – die perfekte Temperatur, um ungehindert den restlichen Plänen für den Abend nachzugehen. Björn genoss es, als eine kurze, kühle Brise durch den Garten strich, und lehnte sich auf seinem Stuhl zurück, während sie auf Marcels Rückkehr warteten.
 
„Du bist sehr… leidenschaftlich dabei“, wandte er sich dann an Samuel, der ebenfalls entspannt dasaß, während Felix aufgestanden war und ein Telefonat begonnen hatte, seiner Wortwahl nach zu urteilen mit seiner Freundin.
 
„Oh, ja“, stimmte Samuel mit strahlenden Augen zu, und als er lächelte, erschienen zwei süße Grübchen in seinen Wangen. Er war ein recht ansehnlicher Bursche, fand Björn. Er fand ihn nicht so bezaubernd wie Marcel, aber doch recht hübsch, und hoffte, im Laufe des Abends noch etwas mehr von seinem Körper zu sehen, den Samuel bisher noch schüchtern unter seiner langen Kleidung verbarg, die eigentlich viel zu warm für so einen heißen Sommerabend sein musste.
 
„Wo wir die ganze Zeit von unseren Genitalien reden“, fuhr Björn unsicher fort. Es reizte ihn herauszufinden, welche Einstellung Samuel zu Beziehungen und zu Geschlechtern hatte. „Hattest du schonmal… naja…?“
 
„Ob ich schonmal Sex hatte?“, vollendete Samuel grinsend seinen Satz, was Björn erröten ließ.
 
„Genau das.“
 
„Bisher noch nicht“, gestand Samuel mit einem bescheidenen Schulterzucken. „War schon häufiger in Beziehungen, aber meist keine so langen. Und so weit ist es noch nicht gekommen. Daher wäre der Keuschheitskäfig wohl auch keine Katastrophe für mich, falls es mich gleich trifft.“
 
Björn nickte interessiert. „Verzeih mir, aber ich kann dich schwer einschätzen… bist du… schwul, oder hetero?“
 
„Bisexuell“, erklärte Samuel verschwörerisch. „Mit vermutlich größerem Interesse an Jungs, aber… ich hab mit beiden Geschlechtern schon ein bisschen was ausprobieren können.“
 
„Cool, cool“, nickte Björn.
 
„Und ihr drei? Von Felix weiß ich es, mit ihm hatte ich schonmal über all das gesprochen, aber…?“
 
„Ich bin schwul“, erklärte Björn und fügte hinzu: „Und auch nicht mehr ganz jungfräulich. Hatte auch noch nicht so oft Sex, aber… es ging schon ein paarmal gut ab. Und Marcel ist völlig straight. Was die gegenseitige Penetration unserer Nüsse angeht, lässt er sich aber trotzdem zu jedem Scheiß überreden, solange er auch selbst Mal zum Zug kommen darf.“
 
Samuel nickte interessiert. „Dann läuft er also nicht die ganze Zeit in knapper Unterhose herum, weil er uns mit seinem schicken Körper beeindrucken will.“
 
„Definitiv nicht“, kicherte Björn. „Zuhause hängt er meistens halbnackt herum.“
 
Sie grinsten beide, und wieder vertiefte sich Björn in die süßen Grübchen in einen Wangen.
 
„Wie seid ihr ursprünglich auf diese dämliche Spiel gekommen?“, fragte Samuel dann, noch immer lächelnd. „Also, sich gegenseitig etwas quälen und die Eier verprügeln, klar, das ist immer Fun mit den richtigen Leuten – aber dass ihr euch diese Kärtchen schreibt für solche zufälligen Mini-Wettkämpfe?“
 
„Uff…“ Björn runzelte die Stirn, während er zurückdachte. „Also ursprünglich hatten wir die Idee aus so einem lustigen Video von irgendeiner amerikanischen Male Ballbusting-Porno-Website. Ballbustingboys Punkt Org oder irgendwie so, hieß sie.“ Er zuckte die Schultern. „Die hatte mal mehrere Videos, wo sich die Jungs genau das antun, und wir fanden die Idee genial. Haben unsere eigenen Kategorien aufgestellt, und seither zocken wir es so manchen langweiligen Abend mit ein paar Bier, wenn uns nichts Besseres einfällt.“
 
„Bescheuert“, gestand Samuel. „Ich mag es.“
 
Sie lächelten beide gegenseitig, und wieder spürte Björn eine angenehm kühle Windböe auf der Wange. Marcel war noch nicht zurückgekehrt und Felix lief noch auf der Wiese auf und ab, das Telefon am Ohr, also entschied sich Björn mit einem leichten Kribbeln im Bauch, noch einen Schritt weiterzugehen.
 
„Sag mal, Samuel… hättest du Lust, dass wir Mal etwas zusammen unternehmen?“
 
„Wir unternehmen gerade etwas zusammen“, erwiderte Samuel leicht verwundert. „Und die nächsten Tage vermutlich auch.“
 
„Ich meine…“ Björn blinzelte ihm verschwörerisch zu. „Ohne die anderen. Nur wir beide.“
 
Samuel zog die Augenbrauen hoch und nickte dann grinsend. „Vielleicht, Björn.“
 
Björn spürte seine Wangen rot anlaufen, doch er kam nicht dazu, etwas zu erwidern, denn in dem Moment flog die Terrassentür auf und Marcel spazierte voll beladen heraus. Er hatte in beiden Händen je einen Teller mit Chips, und unter dem Arm hatte er mehrere Gerätschaften geklemmt.
 
„Na endlich!“, stellte Björn fest und breitete einladend die Arme aus. „Hast du dir in der Zwischenzeit noch einen heruntergeholt, oder wo hast du so lang gesteckt?“
 
„Nein, aber vielleicht hätte ich es noch tun sollen“, erwiderte Marcel ungerührt und stellte die Sachen vor ihnen auf den Tisch ab. „Wenn ich nachher der bin, der in den Käfig darf, kann ich die nächsten Tage vermutlich wieder an nichts anderes denken als ans Rubbeln.“
 
Samuel hatte sich indes den Keuschheitskäfig geschnappt und wandte ihn interessiert in den Fingern. Es war ein feines, silbernes Metallgestell, das in Björns Augen mehr die Form einer heruntergebrannten, schiefen Kerze hatte als eines Penises. An einem Ende mündete die Schwanzform in einen breiten Ring, an dem ein zweiter Ring festgemacht war, der mit einem durch ein Schloss festgehaltenen Metallstab am Rest des Gestells hielt.
 
„Extrem cool“, grinste Samuel. „Wenn er auch ein wenig eng aussieht.“
 
„Das ist Sinn der Sache. Darfst ihn gerne anprobieren“, erwiderte Marcel und ließ sich auf seinen Stuhl plumpsen, woraufhin Samuel nur amüsiert lachte.
 
„Ich warte lieber den Ausgang des Spiels ab. Vielleicht darf ihn mir jemand von euch nachher demonstrieren.“
 
Felix hatte auch gerade sein Telefonat beendet und schlenderte mit interessiertem Blick zu ihnen zum Tisch zurück.
 
„Ah, die Mausefalle“, stellte er fest und griff sich den kleinen Quader aus Holz, an dem mehrere feine Metallstäbe festgemacht waren. „Man muss den Schlagbügel hier oben festmachen, dadurch zieht sich die Feder auf… und wenn man dann irgendetwas am anderen Ende einführt…“
 
Ein lautes Schnappgeräusch hallte durch die Luft, das sie alle aufschrecken ließ, als er die Falle probehalber zufallen ließ und der Bügel gnadenlos auf das Holz niedersauste.
 
„Ja, ich bin sicher, Björn erinnert sich gut daran“, fügte Felix grinsend hinzu, woraufhin Björn Blut in seine Wangen strömen spürte.
 
Samuel legte indes den Käfig wieder zurück und hob fragend zwei alte, etwas abgefärbte Motorradhandschuhe hoch, die Marcel ebenfalls mitgebracht hatte.
 
„Die sind von meiner alten Motorradausrüstung, bevor ich mir einen neuen Anzug geholt habe“, erklärte Felix. „Hab mit ihnen nichts mehr anzufangen gewusst, daher sind sie irgendwie mal bei Marcel hier gelandet, ursprünglich, weil er sowas wie Werkshandschuhe zum Renovieren gebraucht hatte.“
 
„Seither haben wir sie mehrmals für ein paar gröbere Massagen verwendet“, erklärte Marcel grinsend. „Sie sind toll geeignet, um zwei Rühreier mal so richtig durchzukneten.“
 
„Ah“, nickte Samuel und grinste. „Ja, gerne. Bin gespannt, wie sie taugen.“ Sein Blick fiel auf die letzten Utensilien, die Marcel mitgebracht hatte. „Seile?“, fragte er unsicher.
 
„Wir haben unser jeweiliges Opfer meist für ein paar Minuten gefesselt, sodass es sich nicht so leicht von der Strafe entwinden kann“, erklärte Marcel. „Und… du weißt schon, zur zusätzlichen Demütigung. Ich hab sie einfach mitgebracht, da ich davon ausging, das würden wir dieses Mal auch machen.“
 
„Wenn es dir nicht lieb ist, können wir es gern weglassen“, bot Björn an, doch Samuel betrachtete die kurzen, stabilen Stricke fasziniert und schüttelte den Kopf.
 
„Nein, klingt gut. Da will ich eurer Tradition mal keinen Abbruch tun. Der Verlierer wird vom Anfang bis Ende der Sonderstrafen gefesselt.“
 
„Du steckst voller Leidenschaft“, grinste Björn.
 
„Glaub aber nicht, dass wir wegen der Fesseln sanfter mit dem Verlierer umgehen“, warnte Marcel.
 
„Seid ihr dann alle bereit?“, fragte Felix und blickte sich aufmerksam in der Runde der vier Jungs um, die sich alle gelassen auf ihren Stühlen lümmelten. „Ich will wieder etwas Action sehen.“
 
„Klar. Kann es kaum erwarten“, erklärte Samuel.
 
„Auf jeden Fall. Greift ruhig zu“, meinte auch Marcel und schob die Chips in die Mitte. „Jetzt beginnt der Ernst des Spiels. Eben haben wir uns nur warmgemacht.“
 
„Also, zehn Runden, Leute“, erklärte Björn. „Ihr kennt die Regeln. Samuel, da du zuletzt verloren hast, darfst du dir wieder einen Opponenten aussuchen?“
 
„Mit Vergnügen.“ Er blickte sich mit Verschwörermiene in der Runde der erwartungsvollen Jungs um, dann blieb sein Blick auf Felix hängen.
 
„Gegen dich bin ich heut noch nicht angetreten“, sagte er sodann. „Zeig mir doch mal, was du drauf hast, Kumpel.“
 
„Gern“, grinste Felix.
 
Samuel schnappte sich die nächste Karte vom Stapel. „Situps. Owei.“
 
„Du hast so gut wie schon verloren, Samuel“, schmunzelte Marcel, und Björn nickte. Was viele dieser Sportübungen anging, war der muskulöse, gut durchtrainierte Felix ihr ungeschlagener Champion. Er trainierte seine Muskeln mehrmals die Woche und hatte bei sich zuhause sogar einen Raum mit mehreren Fitnessgeräten aufgebaut – eine Art heimisches Fitnessstudio, in dem die drei Freunde schon oftmals zusammen trainiert hatten.
 
„Wartet’s ab, vielleicht übertrumpft er mich“, dämpfte Felix seine Freude. Das mochte Björn an ihm – er bestand darauf, dass sie sich stets auch an schwere Strafen hielten, aber er gab ihnen allen eine faire Chance und spielte nicht gern dreckig. Anders als Marcel, der sich, wie Björn wusste, auch gern mal zu etwas freieren Methoden hinreißen ließ, um ein Spiel zu gewinnen, und sich sowohl buchstäblich wie auch metaphorisch manchmal einen Treffer unter der Gürtellinie erlaubte.
 
Felix und Samuel legten sich beide auf den Rücken hin. Für Samuel war die Übung sichtlich ungewohnt, und Felix erklärte ihm kurz die Grundlagen und die richtige Körperhaltung.
 
„Wer mehr schafft, gewinnt die Runde“, beendete er die Erklärung schließlich. „Sollte klar sein. Wir zählen beide im Gleichtakt, wie Björn und ich eben.“
 
„Alles klar, Chef!“
 
Und so begannen sie gemeinsam. Björn und Marcel lümmelten sich gespannt auf ihren Stühlen herum, um den beiden Wettkämpfern bequem zuzusehen. Schon nach kurzer Zeit wurde klar, dass die Übung Samuel sichtliche Mühe bereitete – er begann zu keuchen und zu schwitzen, während Felix im Gleichtakt und ungerührt einen Situp nach dem anderen durchführte, als wäre es das Selbstverständlichste auf der Welt.
 
„Komm schon, Samuel, du kannst es schaffen!“, rief Björn zwischendurch ermutigend, doch bald war klar, dass Samuel nicht länger durchhalten würde. Als sie gerade ihren fünfundsechzigsten Situp machten, lehnte er sich auf den Rücken zurück und blieb japsend liegen, die Arme von sich gestreckt.
 
„Eine tolle Übung. Solltest du häufiger durchführen“, bemerkte Felix, der gelassen noch zehn weitere Situps machte und sich dann aufrecht hinsetzte, während Samuel noch neben ihm auf dem Gras lag. Er klopfte ihm sanft mit der Hand auf den Bauch. „Möchtest du den Tritt im Stehen oder im Liegen erhalten?“
 
„Da mich noch niemand im Liegen getreten hat, sei doch so frei“, wisperte er zu ihm hoch. Felix nickte und wischte sich den Schweiß aus der Stirn, dann rutschte er näher zu Samuel heran und beugte sich über ihn, ehe er mit voller Gewalt sein Knie in seine Klöten hineinsausen ließ.
 
„Oh!“ Samuel riss die Augen auf und rollte sich unter dem Kichern seiner Freunde kurz auf dem Boden umher. „Vielleicht wäre mir im Stehen doch lieber gewesen“, fügte er hinzu und stimmte dann ins Lachen ein, während er die Hände auf den Schritt presste.
 
„Alles okay?“, fragte Felix fürsorglich und streckte ihm die Hand entgegen, die Samuel daraufhin ergriff, um sich wieder auf die Beine zu ziehen.
 
„Alles tiptop. Glaubt nicht, ich bin nach einem Tritt K.O.“, gab er zurück und schlenderte zu seinem Stuhl zurück. „Da müsst ihr euch schon deutlich mehr Mühe geben. Gibt es auf den Karten auch andere Herausforderungen als nur Sportübungen?“
 
„Jede Menge“, nickte Marcel. „Wir waren bloß heut bisher so glücklich oder unglücklich, dass wir so viele davon erwischt haben.“
 
„Du darfst wieder aussuchen“, erinnerte Björn mit Blick auf Samuel. „Immer der Verlierer.“
 
„Ach ja, richtig.“ Er keuchte und trank dann in einem Zug sein Bierglas aus, ehe er einen knappen Rülpser von sich gab und sich in der Runde umblickte. „Marcel. Nehme ich doch wieder dich.“
 
„Oh, ich krieg solche Angst“, kicherte Marcel.
 
Wieder zog Samuel. „Um-die-Wette-Exen“, las er, und seine Miene erheiterte sich. „Damit sind die Biere gemeint, oder?“
 
„Ganz genau.“
 
„Ich hab grad schon leergetrunken, ich würd sagen, ich hab gewonnen“, lachte er mit Blick auf Marcels noch halbvolle Flasche, doch Felix hakte rasch ein.
 
„Nicht so schnell. Ihr kriegt beide eine neue volle Flasche. Wer sie zuerst leer hat, gewinnt.“
 
Björn sprang auf, griff sich zwei neue Flaschen und schob sie über den Tisch zu den beiden Opponenten hin, die sich herausfordernd ansahen.
 
„Okay, ihr beiden! Dann setzt mal die Flaschen an, und auf die Plätze, fertig… los!“
 
Samuel und Marcel kippten angestrengt den brausigen Flascheninhalt in ihre Kehlen. Björn sah kurz fasziniert zu, wie die Muskeln in Marcels Armen und seiner Brust dabei tanzten, dann wandte er den Blick zu Samuel, der nicht weniger konzentriert trank.
 
Doch als er die Flasche etwa halb leer hatte, musste er absetzen und einige Sekunden lang kräftig husten. Er setzte gerade die Flasche wieder zum Mund an, als Marcel seine leere Flasche auf den Tisch donnerte, sich den nassen Mund mit dem bloßen Unterarm abwischte und verkündete: „Fertig!“
 
Samuel ließ sich die Ruhe nicht nehmen, seine Flasche trotzdem bis auf den letzten Tropfen leerzutrinken, dann blickte er zu Marcel, der schon vorfreudig aufgesprungen war.
 
„Ich schätze, du hast gewonnen“, bekannte er und erhob sich. Er trat schüchtern vor Marcel hin, der ihn, der ihn angrinste. „Ich gehöre dir.“
 
Marcel zupfte sich kurz seine Unterhose zurecht, dann ließ er unerwartet einen gewaltigen Rülpser seiner Kehle entgleiten und hauchte ihn Samuel direkt ins Gesicht. Als der gerade angewidert die Miene verzog und sich von ihm abwenden wollte, ließ Marcel den Fuß in seinen Schritt vorsausen.
 
„Das war… nicht schön!“, stammelte er und hielt sich mit zusammengebissenen Zähnen den Schritt, während Marcel grinsend zurück zum Tisch tänzelte.
 
„Der Rülpser oder der Tritt?“
 
„Beides.“
 
Sie lachten, und Samuel stakste mit leicht verzerrter Miene zurück zum Tisch. Björn bewunderte ihn insgeheim, dass er die Tritte so gut abkonnte, ohne eine Pause zu benötigen – die drei Freunde hatten sich über die Jahre zwar auch so weit gegenseitig desenibilisiert, dass sie nicht schon nach dem ersten Tritt am Boden rollten, aber dass Samuel den Schmerz bisher problemlos wegstecken konnte, fand er nicht übel.
 
Du wärst genau der Bursche für mich, dachte er schmunzelnd. Vielleicht können wir heut sogar noch deine Weichteile bearbeiten.
 
„Dann darf ich schon wieder ziehen“, stellte Samuel fest. Diesmal suchte er sich Björn aus, der die Herausforderung dankend annahm. Die nächste Karte las „Bizeps-Umfang“.
 
„Dann bin ich mal gespannt, was du zu bieten hast“, bekundete Samuel. „Soll ich mein Top dafür ausziehen?“
 
„Zumindest wird es in deinem langärmligen Hemd schwer, deinen Bizeps voll zu präsentieren“, bemerkte Björn. „Zeig uns ruhig etwas mehr von dir.“
 
Samuel nickte und begann also, die Knöpfe seines Hemds zu öffnen. Als er es bis nach unten hin aufgeknöpfte hatte, schlüpfte er heraus und warf es auf den Boden hinter sich. Er hatte einen schlanken, komplett unbehaarten Oberkörper mit straffem Bauch und mittelmäßigen Muskeln.
 
„Schick“, bemerkte Felix, woraufhin Samuel ihm ein dankendes Lächeln zuwarf.
 
„Dann wollen wir mal“, verkündete Björn. Sie stellten sich beide nebeneinander auf, Samuel nurmehr in seine lange Jeans gekleidet, während Björn noch Sporthose und T-Shirt anhatte. Sie spannten beide ihre Armmuskeln an, und Felix und Marcel traten näher, um die Lage zu beurteilen.
 
„Björn hat mehr Muckies“, stellte Felix rasch fest.
 
„Ja, eindeutig.“
 
Mit huntergezogenen Mundwinkeln wandte sich Samuel zurück zu Björn, der ihn grinsend ansah.
 
„Tut mir leid, mein Freund“, säuselte er spitzbübisch und spähte auf seine Hose hinab, dann legte er ihm die Hände auf die Schultern und rammte sein Knie tief in seinen Schritt hinein. Er spürte, wie die Weichteile in der Hose unter seinem Knie nachgaben und zusammengedrückt wurden.
 
Samuel sog scharf die Luft ein und beugte sich vor. „Fuck“, stammelte er und nickte Björn anerkennend zu. „Du hast mich gut erwischt.“
 
„Freut mich zu hören!“
 
Björn wusste nicht, ob er bloß stark vor seinen neugefundenen Freunden wirken wollte oder ob er die Schmerzen wirklich so gut abkonnte, aber ohne weitere Pause rutschte Samuel zurück auf den Stuhl. „Kann weitergehen.“
 
„Läuft nicht gut für dich bisher“, grinste Marcel. „Hast jetzt dreimal in Folge verloren, noch sieben Runden…“
 
„Ich kann noch alles herumreißen“, erwiderte er, schnappte sich einige Chips vom Teller und stopfte sie sich in den Mund. „Marcel, nehme ich doch wieder dich.“
 
„Stets zu deinen Diensten. Zumindest wenn es um Eiertritte geht.“
 
„Glaub ich dir gerne!“ Erheitert zog Samuel die nächste Karte vom Stapel. „Luft anhalten.“
 
„Na siehst du, das hat doch mal gar nichts mit Sport zu tun“, bemerkte Felix und klopfte Samuel sanft gegen die Schulter.
 
„Ich schätze nicht.“ Er blickte Marcel fragend an. „Wir halten uns Mund und Nase zu, und wer länger die Luft anhält, gewinnt?“
 
„Ganz genau.“
 
Sie sprangen beide zeitgleich von ihren Stühlen und stellten sich gegenüber auf. Nun, da sie sich so nah gegenüberstanden, konnte Björn nicht umhinkommen, sie zu vergleichen. Ihre Oberkörper sahen sich recht ähnlich, bis dass Marcel ein klein wenig mehr Muskeln hatte – beide waren sie eher klein und recht schlank und straff.
 
„Auf drei, ihr beiden?“, fragte Felix. Sie nickten und sogen beide tief Luft ein. „Eins, zwei… drei!“
 
Dann hielten sie sich beide Nase und Mund zu und starrten einander eindringlich an.
 
Die Sekunden verstrichen, ohne dass sich jemand von ihnen rührte, aber die Gesichter von Marcel und Samuel wurden mit der Zeit immer angespannter, und auch in ihren Muskeln zeichnete sich die Anstrengung deutlich ab. Schließlich aber nahm Marcel die Hände vom Gesicht und sog mehrmals tief die warme Sommerluft ein, was Samuel ebenfalls wieder nach Luft schnappen und triumphierend jubeln ließ.
 
„Ebenfalls stets zu deinen Diensten, was Ballkicks angeht“, säuselte Samuel ihm amüsiert zu, und Marcel nickte bloß resigniert und stellte sich brav vor ihm auf. Samuel ließ fröhlich den Blick an ihm herabschweifen und berührte kurz Marcels freien Bauch, dann schoss er mit dem Fuß vor und rammte ihm seine Schuhspitze fest in die Unterhose hinein.
 
„Auwei!“ Marcel verdrehte die Augen, beugte sich vor und schnappte nochmals tief nach Luft. „Fuck, du hast mich gut getroffen!“
 
„Gern geschehen, Kumpel!“ Mit den Worten stolzierte Samuel, die Arme jubelnd ausbreitend, zurück zu seinem Platz, während Marcel, die Hände in seinem Schritt, nach einigen Sekunden ebenfalls mühsam zurückwatschelte.
 
„Schätze, ich muss nicht mehr ziehen“, stellte Samuel fest. „Noch hab ich nicht endgültig verloren.“
 
Bei der nächsten Runde suchte sich Marcel Felix aus, und sie zogen die Kategorie „Längste Unterhose“.
 
„Das ist kein Wettkampf als vielmehr ein Glücksspiel, was man zufällig an dem Tag trägt“, schmunzelte Samuel. „Gefällt mir. Nette Abwechslung für euch.“
 
„Ich bin ohnehin schon in Unterhose die ganze Zeit – musst du mir nur noch zeigen, was du heute trägst“, stellte Marcel mit Blick auf Felix fest.
 
„Klaro.“ Mit den Worten erhob er sich, schnallte den Gürtel seiner Shorts auf und ließ sie sodann zu Boden fallen. Er entblößte feurig rote Boxershorts, die etwa seine halben Oberschenkel hinabreichten.
 
„Sieht so aus, als hätte ich gewonnen“, bemerkte Felix, zog das Hemd ein Stück hoch, sodass sein Bauch frei war, und platzierte sich dann neben Marcel. „Was meint ihr beiden?“
 
„Fast gleichlang, würd ich sagen“, meinte Samuel. „Ihr habt immerhin beide Boxershorts an. Aber ja, deine ist ein eine Fingerbreit länger, Felix.“
 
„Sehe ich genauso“, nickte Björn. „Vermutlich einfach eine andere Größe.“
 
Felix wandte sich zurück zu Marcel, der ihn missmutig angrinste. „Dann wollen wir mal sehen, was die Füllung deiner Boxershorts so aushält“, verkündete er und rammte ihm sein Knie in den Schritt hinein. Marcel riss die Augen auf und keuchte mehrmals geräuschvoll, dann ließ er sich kleinlaut zurück auf seinen Stuhl sinken.
 
„Wieder ich“, stellte er resigniert fest, nahm einen tiefen Schluck aus seiner Flasche und zeigte dann auf Björn. „Wir beide.“
 
Die nächste Kategorie las „Seilziehen“.
 
„Seilziehen mit zwei Leuten?“, fragte Samuel, während sich Björn und Marcel auf der Wiese aufbauten und eines ihrer Sprungseile schnappten, die noch herumlagen.
 
„Ja, das ist gar nicht so übel“, nickte Björn. „Immerhin kannst du’s dann nicht auf andere schieben, wenn du verlierst.“
 
„Wohl wahr.“
 
Sie ergriffen jeder ein Ende und stellten sich in mehreren Metern Entfernung voneinander auf. „Ziellinie ist dieser Grashalm“, erklärte Marcel und deutete auf einen einsamen Halm in ihrer Mitte, der wohl beim letzten Rasenmähen übersehen worden war.
 
Björn straffte seine Muskeln und fixierte seinen Kontrahenten. Als diesmal Samuel vorgezählt hatte, gab er sich alle Mühe, zu ziehen, was das Zeug hielt. Er spannte die gesamte Bauchmuskulatur an und warf sich nach hinten, so gut er konnte, und Marcel tat genau dasselbe.
 
So zogen und zerrten sie für einige Sekunden, doch dann zeichnete sich schon eine klare Tendenz ab. Er wusste nicht, ob es an dem Alkoholpegel lag, den sie beide inzwischen intus hatten, oder an den vorgehenden Tritten, doch Marcel schwächelte für einen Moment, was Björn schon ausreichte, um ihn ein gutes Stück näher an sich heranzuziehen.
 
„Ah, Mist!“, fluchte Marcel. Er gab sich nochmal alle Mühe, das Seil zu sich hinzuziehen, doch Björn zog einmal gekonnt und ließ ihn unbeholfen am Grashalm vorbeistolpern.
 
„Sieht so aus, als wärst du schon wieder dran!“, lachte Felix. „Erst hat Samuel so eine Pechsträhne, jetzt du, Marcel!“
 
„Ja… ich weiß auch nicht, was heut los ist“, gestand er schulterzuckend und stellte sich artig vor Björn auf, der schon erwartungsvoll an ihn herangetreten war. Er ließ es sich nicht entgehen, seinen Fuß mit ordentlich Wucht in Marcels Weichteile hineinzuschleudern.
 
Diesmal gab Marcel einige Stöhnlaute von sich, die fast an einen Orgasmus erinnerten. Er tanzte mehrmals auf und ab, ehe wieder zu seinem Sitz zurücktrippelte.
 
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„Okay, rekapitulieren wir“, bemerkte Felix, als sie wieder zusammensaßen und ein paar Minuten Pause gemacht und gequatscht hatten. „Seitdem wir auf Ernst machen, hat Samuel dreimal verloren und Marcel genauso. Von mir und Björn noch keiner. Es verbleiben noch vier Runden, es kann also noch jeden von uns treffen – aber Samuel, Marcel, falls einer von euch noch ein, zweimal verliert, so kann das Spiel ganz schnell entschieden sein.“
 
„Ist mir bewusst“, nickte Marcel und massierte seinen Schritt.
 
„Und ihr wisst, was euch danach erwartet“, schwärmte Björn, der inzwischen nicht mehr glaubte, dass er heute der Pechvogel sein würde. „Dreißig saftige Tritte, drei herrlich grobe Massagen, eine Mausefalle… und ein paar Tage ohne Sex und Masturbieren!“
 
„Ich weiß“, nickte Samuel und rutschte nervös auf seinem Sitz umher. „Möge der Schlechteste verlieren!“
 
„Gutes Stichwort. Ich fordere dich heraus“, verkündete Marcel und schnappte sich die nächste Karte vom Stapel. „Schau an, schau an… Wettessen!“
 
„Wird ja immer köstlicher“, bemerkte Samuel. „Darin bin ich ungeschlagen. Die Chips oder was?“
 
„Ich müsste noch zwei fette Stück Torte im Kühlschrank haben, Moment“, erklärte Marcel und sprang auf. „Eigentlich wollte ich die allein verspeisen, aber was soll’s – du bist unser Ehrengast heut, Samuel. Wir wollen dich schließlich nicht mit leerem Magen in die Mausefalle jagen.“
 
Samuel errötete leicht, während Marcel im Haus verschwand und kurz darauf mit zwei schmackhaften Stücken Schwarzwälder Kirsch auf einem Silbertablett zurückkehrte.
 
„Aah, warum hast du nicht mich herausgefordert“, seufzte Björn. „Diesmal wär ich gern gegen dich angetreten.“
 
„Und ich erst“, stimmte Felix ein und leckte sich bei dem delikaten Anblick die Lippen.
 
„Tja“, grinste Samuel. „Okay, wir gewinnen, wer zuerst alles in den Mund verfrachtet hat? Ich nehme an, wir essen mit den Fingern?“
 
„Ich kann dir gern Gabel und Messer anbieten, aber damit wirst du niemals ein Wettessen gewinnen“, erwiderte Marcel keck. „Jemand gebe bitte den Startschuss, dann hauen wir rein!“
 
Diesmal zählte Björn an, während die beiden Jungs aufgeregt auf ihren Stühlen umherrutschten. Kaum dass er bei „drei“ angelangt war, stürzten sie sich auf ihre Stücke.
 
Samuels Strategie war eine ganz andere als bei Marcel. Während Samuel Stück für Stück von seiner Torte abpulte und mit den bald fettigen, sahnebedeckten Fingern in den Mund manövrierte, umklammerte Marcel sein gesamtes Stück fest mit beiden Händen und biss jeweils große Stücke daraus ab.
 
Anfangs schienen sie ihre Stücke etwa gleich schnell zu verschlingen, doch bald schon zeichnete sich ein klarer Sieger ab. Während Samuel sichtlich zu kauen hatte und auch dadurch aufgehalten wurde, dass er jedes Stück erst neu zum Mund führen musste, ohne dass es herunterfiel, verschlang Marcel unaufhaltsam Bissen um Bissen, sodass sich Björn bald fragte, wie die schiere Masse aus Sahne, Gebäck und Schokosoße überhaupt in seinen Mund hineinpasste. Der Ausgang überraschte Björn allerdings nicht: Marcel hatte schon immer eifrig gut essen können und trotz seiner kleinen, schlanken Statur hatte er nie Probleme, die riesigsten Portionen in sich hineinzuschlingen.
 
Kaum dass er das letzte Stück aus seinen Händen in den Mund verfrachtet hatte, formte Marcel beide Hände zu einem Daumen hoch und kaute schwerfällig auf der enormen Masse, die sich noch in seinem Mund befand, während Samuel, der ihm gegenübersaß, gerade die letzten beiden Stücke nahm, um sie sich in den Mund zu schieben.
 
„So, so, im Wettessen bist du gut, Samuel“, feixte Björn. „Na, sieht so aus, als wäre Marcel besser!“
 
„Du hast das Pech, dass du von uns dreien genau gegen den antreten musstest, der rasend flott essen kann“, ergänzte Felix bedauernd zu Samuel hin, der gerade sein letztes Stück in den Mund schlang. „Als wir früher ab und zu mal um die Wette gegessen haben, haben Björn und ich immer verloren.“
 
„Ich bin… hmmmh… halt der King“, schmatzte Marcel undeutlich und schluckte den letzten Rest herunter.
 
„Gratuliere“, mampfte nun auch Samuel und fasste sich an den Bauch, während er auskaute und sich dann gefügig erhob. „Aber ehrlich gesagt, diese vortreffliche Torte ist mir den Tritt vollkommen wert gewesen.“
 
„Gut für dich“, strahlte Felix. „Schätze, Björn uns ich müssen uns wohl mit einem eurer Würstchen zufrieden geben, ihr beiden. Immerhin können wir nicht mehr eure Niederlagenzahl übertrumpfen.“
 
„Ach, stimmt!“, grinste Björn, als er begriff, dass Samuel nun viermal verloren hatte. „Es stehen nur noch drei Runden bevor.“
 
„Drei Runden, in denen ihr beide aber dennoch ein paar schmackhafte Tritte einverfahren könnt“, schränkte Samuel ein, während er sich vor dem Tisch hinstellte. Marcel war vor ihn getreten, schmatzte ihn amüsiert an und ließ dann den Fuß in seine Hose hineinsausen.
 
„Aah, gut getroffen!“, jaulte Samuel und biss die Zähne zusammen, während die anderen laut lachten. Als er zu seinem Platz zurückhumpelte, fiel sein Blick auf seine sahneverschmierten Hände hinab. „Ich werd mir mal in deinem Bad Händewaschen gehen. Und einmal das Klo benutzen.“
 
„Nur zu“, nickte Marcel. Als Samuel ins Haus verschwunden war, sah er auf seine eigenen Hände hinab. „Wär für mich eigentlich auch eine gute Idee gewesen.“
 
„Wir können warten“, bot Björn an, doch dann schmunzelte Marcel verschwörerisch und schüttelte den Kopf. „Hab eine bessere Idee.“
 
Unter den Blicken seiner Freunde hob er Samuels schneeweißes Hemd auf, das er eben zum Bizeps-Vergleich achtlos zu Boden geworfen hatte, und rieb sich darin einige Sekunden kräftig die Hände ab.
 
„Nicht nett“, kicherte Felix.
 
„Pst“, zischte Marcel nur und warf das nun an mehreren Stellen vollgeschmierte Hemd wieder auf den Boden. „Unser neuer Freund kleidet sich doch so stattlich, dass es nur passend ist, wenn wir ihn heute mal etwas einsauen.“
 
„Er kam glaube im Hemd an, weil er vorhin noch auf irgendeinem Meeting wegen der Uni war“, erklärte Felix nüchtern und nahm einen tiefen Schluck Bier. „Kann ja nicht jeden den ganzen Tag in Unterhose zuhause abhängen wie du.“
 
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Björn und Marcel unterhielten sich gerade ein wenig über die Fußballergebisse der Saison, als Samuel zurückkehrte. Felix war indes in sein Handy vertieft gewesen und steckte es rasch zurück in seine Shorts, die er noch am Boden liegen hatte. Er war noch in Boxershorts und T-Shirt gekleidet, während Samuel oberkörperfrei herumlief und nurmehr seine Jeans trug, und Marcel hing ohnehin schon die ganze Zeit in Boxershorts ab.
 
„Wird Zeit, dass wir bald mal Eier zu Gesicht bekommen“, forderte Björn voller Eifer und lehnte sich zurück.
 
„Werden wir gleich“, versicherte ihm Felix. „Die Verlierereier.“
 
Sie hatten inzwischen alle schon zwei, drei Bier intus und waren etwas beschwipst, und die Gerätschaften lagen nach wie vor wie ein drohendes Omen in der Tischmitte.
 
„So, dann bin ich schon wieder an der Reihe“, seufzte Samuel und gluckste. „Kann ich noch gewinnen?“
 
„Nur, wenn du Marcel irgendwie überwindest. Aber du darfst nicht die gleiche Person nochmal herausfordern, gegen die du eben angetreten bist“, erklärte Felix ruhig.
 
„Oh. Schade. Dann muss es wohl einer von euch sein.“ Er zuckte die Schultern und blickte zu Felix. „Zeig du mir eben nochmal, was du drauf hast. Ich hoffe bloß, es ist keine Sportaufgabe.“
 
Kaum dass er eine Karte gezogen hatte, verzogen sich seine Mundwinkel auch schon nach unten.
 
„Okay, es ist eine Sportaufgabe“, lachte er. „Der schönste Handstand! Was heißt hier überhaupt ‚der schönste‘?“
 
„Das haben wir meist den dritten beurteilen lassen“, erklärte Marcel. „Beide machen zeitgleich einen Handstand und wem er anmutiger und eleganter gelingt, der gewinnt die Runde. Wenn beide genau gleich schön sind, müssen wir uns eben irgendwas ausdenken, aber warten wir mal ab, ob es dazu überhaupt kommt.“
 
„Vermutlich nicht“, zischte Samuel zähneknirschend und blickte sich zu Felix, der schon aufgesprungen war und seine Arme und Beine zur Auflockerung durchschüttelte.
 
„Komm, versuch es zumindest!“, feuerte Felix ihn an. „Ich bin auch schon mehr als angeheitert, meiner wird bestimmt nicht schön. Lass uns an die Hauswand gehen.“
 
Sie stellten sich nebeneinander an die steinerne Wand neben der Terrassentür auf. Beide torkelten sie schon ein klein wenig. Felix schien die Aufgabe dennoch ernst zu nehmen und maß mit den Augen aufmerksam den Abstand bis zur Wand, während Samuel sichtlich unsicher war, was er tun sollte.
 
„Auf die Eier“, zählte Marcel vor, „fertig… los!“
 
Beide Jungs stürzten mit den Armen vorweg auf den Boden und stießen sich mit den Füßen ab. Doch während Felix etwas schwerfällig und zitternd an der Wand landete und die Füße hoch über seinem Kopf am Gestein der Hauswand platzierte, kippte Samuel im Versuch, es ihm nachzumachen, seitlich weg und landete plump auf dem Boden.
 
„Ich glaub, hier brauchen wir nicht drüber streiten, wer schöner war, oder?“, grinste Björn zu Marcel, der bloß eifrig nickte.
 
Samuel stöhnte und richtete sich dann träge wieder auf. „Schätze, ich hab verloren?“
 
„Ja“, sagten sie alle drei aus einem Mund.
 
Ehe er zu einer Antwort ansetzen konnte, sprang Felix auch schon vor und donnerte ihm seinen Fuß ins Gemächt hinein. Samuel jodelte laut und torkelte dann benommen zu seinem Sitz hin.
 
„Ooh, das traf gut“, murmelte er.
 
„Schonmal eine Kostprobe darauf, was dich gleich erwartet“, grinste Felix ihm zu.
 
„Noch könnte Marcel aufholen… oder? Wenn er jetzt zweimal verliert?“, fragte Samuel hoffnungsvoll.
 
„Theoretisch. Viel Erfolg dabei.“
 
„Ich fordere dich heraus, Marcel“, stöhnte Samuel, während er sich seinen Schritt massierte.
 
„Challenge accepted.“
 
Samuel schnappte sich die nächste Karte und zog die Augenbrauen hoch. „Körpergröße! Das ist schnell entschieden.“
 
„Ja, vermutlich“, seufzte Marcel. Sie standen beide auf und stellten sich Rücken an Rücken auf, während Björn und Felix um sie herumtanzten. Besonders deutlich war der Größenunterschied nicht, doch Samuel überragte Marcel um ein paar Zentimeter.
 
„Yay!“, jubelte Samuel und riss die Arme empor. „Dann mach mal die Beine breit, Marcel!“
 
„Freu dich nicht zu früh, noch hast du nicht gewonnen… uff!“ Er wurde jäh unterbrochen, als Samuels Fuß in seinen Schritt hineindonnerte und die Delle in seiner Unterhose kurz mit einem dumpfen Geräusch plättete. „Auwei, auwei, das traf verdammt gut!“
 
Er sank kurz auf die Knie herab, während Samuel ihm auf die Schulter klopfte und sich wieder zu seinem Sitz begab. Marcel seufzte ein paarmal und rieb sich erneut die Unterhose, ehe er zu ihnen auf den Platz dazurutschte.
 
Die Sonne war inzwischen schon so gut wie untergegangen, doch der orangene Himmel spendete immer noch mehr als genug Licht, sodass sie sich gegenseitig gut erkennen konnten.
 
„Dann also die letzte Runde. Normal darf man nicht zweimal gegen den gleichen spielen, aber da ohnehin einer von euch beiden verlieren wird und nur noch entschieden werden muss, wer… was haltet ihr davon, wenn ihr nochmal gegeneinander spielt?“, fragte Felix.
 
„Bin dabei“, nickte Samuel, und auch Marcel stimmte missmutig zu.
 
Sie stießen ein letztes Mal alle zusammen an, dann zog Marcel die nächste Karte.
 
„Um-die-Wette-Kitzeln!“, las er. „Oh. Wie wollen wir das machen?“
 
„Ah, das ist schön“, grinste Björn. „Naja, Felix und ich schnappen sich jeweils einen von euch und beginnen ihn zeitgleich durchzukitzeln… überall, wo nur geht. Außer die Eier, die sind Tabu – wollen es ja nicht zu einfach machen. Ihr dürft euch dabei nicht rühren und müsst still stehen bleiben… der Erste, der lacht oder sich wegdreht, verliert!“
 
„Das ist eine passende letzte Karte“, stimmte Felix ein. „Ihr beide werdet sanft durchgekitzelt, ehe wir uns danach weniger sanft an einem von euren Hoden zu schaffen machen!“
 
Marcel und Samuel kauerten sich bei der Vorstellung zusammen. Dem Kitzeldrang zu widerstehen, darin war keiner von ihnen dreien bisher gut gewesen, doch er wusste auch nicht, wie sich Samuel schlagen würde.
 
„Dann auf die Beine, alle zusammen! Wer übernimmt wen?“
 
Sie blickten sich kurz fragend an. „Such du dir aus, Samuel, wer von uns dich durchkitzeln soll. Du bist unser Ehrengast.“
 
Er zuckte die Schultern und blickte zwischen ihnen umher. „Björn, magst du die Ehre übernehmen?“
 
„Aber mit Vergnügen!“, lachte er. Er mochte nicht gut sein, dem Kitzeldrang zu widerstehen, aber im Kitzeln selbst war er sehr geübt.
 
Sie wanderten alle vier auf den Rasen hinaus. Marcel und Samuel stellten sich in mehreren Metern Entfernung zueinander gewandt auf, und Björn und Felix platzierten sich jeweils hinter ihnen. Björn konnte nicht widerstehen, den Blick an seinem entblößten Rücken bis hinab zu seinem gut verhüllten Arsch hinabschweifen zu lassen, während er nur zentimeterweit von Samuel entfernt stand.
 
„Dann stellt mal die Beine etwas breit und streckt die Arme zur Seite aus, ihr beiden… ja, genau so! Fertig Björn?“, fragte Felix. „Und… los!“
 
In geübter Manier ließ Björn seine flinken Finger über Samuels Bauch tänzeln, schließlich hoch zur Brust und unter die Achseln und anschließend wieder hinab. Felix tat es bei Marcel genauso. Björn beobachtete, wie sich Marcels Mundwinkel zu einem leichten Grinsen verzogen bei den quälend-leichtfertigen Berührungen, wie seine ausgestreckten Arme zu beben begannen…
 
Dann entriss sich Samuel aus Björns sanften Händen, wandte sich lachend zu ihm um und hielt klammerte sich zitternd an Björns Oberkörper fest.
 
„Ah, shit“, keuchte Samuel, während Marcel auf der anderen Seite triumphierend einen Luftsprung machte.
 
„Deine Eier werden heute zerstört, Junge“, jubelte Marcel, dann sprintete er zu Samuel, der noch mit dem Rücken zu ihm stand und sich an Björn klammerte, und rammte ihm von hinten das Knie zwischen die Beine.
 
„Zerstört, zerstört, zerstört!“
 
„Oh, verdammt!“, keuchte Samuel und verzog vor Schmerzen das Gesicht, während er sich mit den Fingern fester an Björn krallte. Ein Teil von Björn sehnte sich danach, sich zu seinem süßen, hübschen und gequälten Gesicht hinabzubücken und ihm einen dicken Kuss auf die Lippen zu drücken, und kurz überlegte er, ob Samuel Angesichts seiner unpässlichen Lage damit wohl ein Problem hätte.
 
Doch ein anderer Teil wollte ihn leiden und seine Geschlechtsteile schmoren sehen.
 
„Geile Leistung, mein Freund“, murmelte er stattdessen nur herab. „Sieht so aus, als ob deine saftigen Eier gleich zu Rührei verarbeitet werden!“
 
„Und niemand von uns wird sich zurückhalten!“, stimmte Marcel jubelnd ein. „Genau, wie du es wolltest.“
 
Samuel verdrehte die Augen und verzog die Lippen zu einem leidigen Lächeln über sein Unglück. „Warum hab ich nur alle vier Strafen gewollt…“
 
Fortsetzung folgt nächsten Dienstag

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